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    Angriffe und Drohungen werden hierzulande nicht selten ausgestossen – vorzugsweise anonym verfasst.  (Zephyr18)

«Höchste Zeit, dass Sie verschwinden!»

Diffamierungen, Beleidigungen, Drohungen – unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit wird nicht selten – auch anonym – ein Ton angeschlagen, der jeglichen Anstand vermissen lässt. Ruth Ospelt wurde gleich mehrfach damit konfrontiert.
Vaduz. 

Kritisiert und attackiert wurde FCV-Präsidentin Ruth Ospelt schon öfter in ihrem Leben. Durchaus auch unter der Gürtellinie. Damit kann sie umgehen, solange sie den «Absender» der Aggressionen kennt. Doch die Vaduzerin, auch politisch interessiert und motiviert, musste noch mehr einstecken. In drei anonymen Schreiben wurde sie auf das Übelste beschimpft, ihr wurde gar mit dem Tod gedroht. «Dreimal ist einmal zuviel!», sagt sie und möchte mit dem Schritt an die Medien nun aufzeigen, wie brutal Menschen attackiert werden, die sich in Vereinen, der Politik oder anderen öffentlichen Organisationen engagieren. Sie weiss, dass sie nicht die Einzige ist, die mit solchen Angriffen und Schreiben attackiert wird. Und eine Anzeige gegen «Anonym» löst die Problematik nicht. Deshalb hofft sie, dass eine gesellschaftspolitische Diskussion darüber geführt wird, wie zu einem friedlichen Miteinander zurückgefunden werden kann. «Ich erhoffe mir eine Rückkehr zu Anstand und Respekt gegenüber den Mitmenschen.»

«Der Macht der Worte nicht bewusst»
«Wir werden dich im Migros-Rank vergewaltigen und dann in einem Karren nach Schaan transportieren, wo man dich auf dem St. Peter Platz als Hexe auf einem Scheiterhaufen verbrennen wird.» Dies die Zeilen des ersten anonymen Schreibens, mit dem Ruth Ospelt vor 16 Jahren konfrontiert wurde  – also lange Zeit vor ihrem Engagement für den FC Vaduz. Gedroht wurde ihr damals deshalb, weil sie sich zu einem politischen Thema geäussert und sich mit ihrer Meinung an die Öffentlichkeit getraut hat. Die beiden weiteren anonymen Schreiben und Drohungen hat sie in den letzten sieben Jahren erhalten und diese standen im Zusammenhang mit ihrer Rolle beim FCV.  «Das ist wirklich der feigste Weg, seinen Unmut zu äussern», schüttelt Ruth Ospelt den Kopf und zeigt sich im Gespräch aufgewühlt. «Ich mache mir grosse  Sorgen um die Diskussionskultur und das friedliche Leben in Liechtenstein.»  Dies auch mit Blick auf viele Leserbriefe, unter denen zwar immerhin ein Name steht, deren Inhalt ihres Erachtens aber trotzdem jeglichen Respekt und Anstand vermissen lassen. «Ob mit anonymen Schreiben, in Leserbriefen oder auf sozialen Plattformen – heute wird unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit oder einer vermeintlich ‹politischen Unkorrektheit› alles unzensiert ausgesprochen. Ob wahr oder unwahr. Ob ober- oder unterhalb der Gürtellinie. Nur Einzelne empören sich. Das kann es doch nicht sein.»  Nicht nur, aber vor allem appelliert sie auch an die Leserbriefschreiber, wieder zurück zu Anstand und Respekt zu finden und sich darüber bewusst zu sein, dass deren Zeilen ein «Multiplikator» sein können, der bei den Mitmenschen auch Wut und Aggressionen gegen Andere auslöse.

«Tun wir etwas! Reden wir darüber!»
«Worte haben Konsequenzen!» So geschehen eben in ihrem Fall, in dem das kürzlich erhaltene anonyme Schreiben sich auf einen Leserbrief über den FCV stützte. «Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was da täglich bei den Regierungs- und Landtagsmitgliedern oder den Mitarbeitern der Landesverwaltung, die manchmal unbequeme Entscheide treffen müssen, reinflattert», zeigt sich Ruth Ospelt über die Stimmung im Land besorgt. Tatsächlich sehen sich Politiker und Mitarbeiter der Landesverwaltung immer wieder mal mit Drohungen konfrontiert – doch machen können auch diese nicht viel dagegen. Da müsse man sich nicht wundern, so Ospelt, wenn sich heute immer weniger Menschen in Vereinen oder Organisationen engagieren wollen. Deshalb wünscht sie sich: «Tun wir was dagegen. Diskutieren wir darüber. Zeigen wir die Konsequenzen und die Macht von Worten auf.» (dv)

21. Jun 2019 / 23:01
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