• Streitgespräch S Bahn, Vaduz
    Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch setzt sich für die Realisierung der S-Bahn Liechtenstein ein.  (Tatjana Schnalzger)

S-Bahn: «Wichtiger erster Schritt» oder «der falsche Weg»?

Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch und Herbert Elkuch vom Gegenkomitee haben sich zu einem Streitgespräch getroffen. Am Ende kamen die beiden, wie zu erwarten, doch nicht auf einen gemeinsamen Nenner.

Der Zeitpunkt: Die Coronakrise hat massive finanzielle Konsequenzen. Ist die S-Bahn mit Kosten in der Höhe von 71,3 Mio. Franken wirklich nötig?
Herbert Elkuch: Der finanzielle Engpass kommt erst. Die Wirtschaftskrise wird sich über einen längeren Zeitraum ziehen. Aber die Investitionen in den Verkehr sind langfristige Investitionen. Insofern spielt der Zeitpunkt keine Rolle. Man hat in den letzten Jahrzehnten wenig in die Verkehrsinfrastruktur investiert. Man muss diese Investition unabhängig von der Coronakrise betrachten. Ob die Investition allerdings am richtigen Ort ist, ist eine andere Frage. 

Streitgespräch S Bahn, Vaduz

Der Landtagsabgeordnete Herbert Elkuch (DpL) ist Mitglied des Gegenkomittees «S-Bahn Nein».

Daniel Risch: Die Investition von 71,3 Mio. Franken erfolgt nicht in diesem Jahr, sondern über die nächsten 5 bis 6 Jahre. Kritisiert wurde im Landtag vor allem, warum es jetzt plötzlich so «schnell» gehen muss. Doch das Projekt ist nicht plötzlich vom Himmel gefallen, sondern hat eine lange Vorgeschichte. Insofern ist es nicht übereilt. Ausserdem gibt es einen zeitlichen Zusammenhang mit Investitionen, welche die ÖBB sowieso tätigen müssen. Deshalb müssen wir jetzt entscheiden, ob wir den Ausbau zeitgleich realisieren, was eben finanziell mit einer Chance verbunden ist. Wir schicken das Geld zudem nicht einfach nach Österreich, sondern investieren es gemeinsam auf liechtensteinischem Hoheitsgebiet. Und ganz generell: Es ist so oder so der richtige Zeitpunkt, um endlich die Weichen zu stellen und auch die Verkehrszukunft zu gestalten.
 
Die Prioritäten: Muss zuerst für Schaan eine Lösung gefunden werden?
Herbert Elkuch: Das Projekt ist nicht ausgereift bzw. nicht zu Ende gedacht. Das Problem ist seit 50 Jahren bekannt und schon 2012 wurde mehrfach geäussert, dass die Schrankenproblematik in Schaan zuerst angegangen werden muss. Doch bis heute gibt es dafür keine Lösung. Mindestens sollte ein Konzept hierfür vorliegen, das zudem eine grobe Kostenschätzung aufzeigt. Dass nun zuerst die S-Bahn realisiert werden soll und erst in einigen Jahren parallel dazu Massnahmen für Schaan getroffen werden, ist der falsche Weg.

Daniel Risch: Das entspricht so nicht den Tatsachen. Der Landtag hat im Mai auf Antrag der Regierung entschieden, dass Lösungen für Schaan ergriffen werden müssen. Dazu hat er der Regierung einen klaren Auftrag erteilt. Es sind also nicht nur «grobe Ideen» gefragt, sondern sehr konkrete. Und die liegen im Grundsatz bereits vor. 

Herbert Elkuch: Und wo sind diese konkreten Ideen?

Daniel Risch: Auf Seite 92 des Mobilitätskonzepts. 

Herbert Elkuch: Ja, aber dort wird nicht ausgeführt, ob die Strassen nun unter oder überführt werden …

Daniel Risch: Es werden drei Varianten gepruft: Die Absenkung der Strassen, die Absenkung der Bahn und die Weiterfuhrung des Industriezubringers. Auch das Thema einer Nordumfahrung bzw. Nordschleife Buchs wird langfristig weiterverfolgt. Bevor man mit der Prüfung dieser Varianten nicht beginnt, kann man sie auch nicht umsetzen. Der Landtag hat den Startschuss im Mai gegeben. Das war ein starkes Signal des Parlaments. Man kann also nicht sagen, dass nichts getan wird. Aber, und da haben Sie recht: Die Varianten für Schaan sind nicht im S-Bahn-Projekt mit den ÖBB enthalten, sondern zusätzlich. Das läuft also separat, was vom Landtag auch befürwortet wurde.

Herbert Elkuch: Man weiss trotzdem nicht, wie es weitergeht. Wir müssen doch wissen, was die konkreten Pläne sind. Das ist noch alles unklar. 

Daniel Risch: Nein, das ist es nicht. Wir gehen gemeinsam mit der Gemeinde Schaan das Projekt an. Und sämtliche Varianten sind im Mobilitätskonzept beschrieben. Wir wissen sehr genau, was es zu prüfen gilt. Warum dies alles nicht schon viel früher bzw. vor vielen Jahren angegangen wurde, das müsste man meine Vorgänger fragen. Wenn wir aber nur in die Vergangenheit blicken und uns darüber ärgern, dass nichts gemacht wurde, kommen wir auch nicht vorwärts. Blicken wir in die Zukunft und handeln endlich.

Herbert Elkuch: Trotzdem wird das Pferd damit am Schwanz aufgezäumt. Unter einem Prozent der Grenzübertritte sind auf der S-Bahn. Auch wenn wenn man eine bessere Vertaktung erreicht, wird nur ein Bruchteil der Pendler dieses Verkehrsmittel wählen. Das Hauptproblem haben wir aber auf der Strasse. Also muss auch hier der Hebel zuerst angesetzt werden. Die Strassenbauprojekte werden bei Realisierung der S-Bahn um Jahre nach hinten verschoben, weil man sich eine Entlastung durch die S-Bahn verspricht. 
Ich sehe aber keine wirkliche Entlastung.

Daniel Risch: Mit weiteren Projekten wird nicht bis nach dem Bau der S-Bahn gewartet. Es wird parallel dazu an verschiedenen Projekten gearbeitet – 
z. B. am Industriezubringer Vaduz-Triesen. Das Projekt liegt fertig vor und wurde intensiv bearbeitet. 

Herbert Elkuch: Es fällt mir schwer, daran zu glauben, dass irgendetwas realisiert wird. Schon seit 40 Jahren wurde an mehreren Ideen gebastelt. Ausser dass eine Fussgängerbrücke hinzugekommen ist, ist nichts geschehen …

Daniel Risch: Und weil nichts geschehen ist, sollen wir nun auch nichts mehr machen? Das kann doch nicht die Lösung sein. Wir haben nun ein Gesamtkonzept vorliegen, das sämtliche Verkehrsträger berücksichtigt. Es wurde auch definiert, in welchem Zeitraum all diese Projekte umgesetzt werden. 

Herbert Elkuch: Das Problem ist, dass der Hebel zuerst an anderer Stelle angesetzt werden müsste. Es geht mir nicht darum, die S-Bahn zu verteufeln, sondern darum, die Prioritäten anders zu setzen.

Die Kosten: Sind die Gesamtkosten gerechtfertigt? Ist der Kostenschlüssel fair?
Herbert Elkuch: Wenn es heisst, dass Liechtenstein an den Gesamtkosten des Projektes nur ein Drittel übernehmen muss, entspricht das nicht der Realität. Und es wird vorgemacht, Österreich sei ein Wohltätigkeitsverein. Aber die Investitionen, die Österreich tätigt, sind für den Fernverkehr, für die Infrastruktur bzw. dafür, die Gesetzeskonformität einzuhalten. 

Daniel Risch: Österreich investiert sogar rund 7 Mio. Franken in die Strasseninfrastruktur bei uns im Land. Natürlich ist niemand ein Wohltätigkeitsverein. Jeder hat seinen Nutzen, den er aus dem Projekt ziehen will. Aber das Angebot, das uns vorliegt, ist meines Erachtens mehr als fair. Und ich sehe nicht, warum diese Aufteilung der Kosten nicht transparent sein soll.

Herbert Elkuch: Es wird behauptet, dass wir diese S-Bahn nie wieder so «günstig» erhalten wie jetzt. Man müsse dieses Geschenk annehmen. Es wird also schon suggeriert, dass Österreich ein Wohltäter ist. Dem ist aber nicht so. Wir bezahlen unseren eigenen Teil. Den Blick auf das Gesamptprojekt zu legen, wo diese Investitionen dann noch ein Drittel ausmachen, ist nicht in Ordnung. Das verfälscht auch den Blick darauf, was in Liechtenstein auf uns zukommt. 75 Mio. werden in Vorarlberg investiert. Darauf haben wir keinen Einfluss. Die Investitionen der ÖBB für die Gesetzeskonformität haben auch nichts mit uns zu tun. Deshalb ist auch der prozentuale Blick auf die Gesamtkosten meines Erachtens nicht erlaubt.

Daniel Risch: Es geht eher darum, dass wir einerseits Lasten, andererseits einen Nutzen haben. Für mich geht es darum, den Nutzen lokal für uns zu erhöhen und die Lasten zu reduzieren. Die Massnahmen, welche von den ÖBB realisiert werden müssen, haben natürlich mit der S-Bahn nicht direkt etwas zu tun, weil die Investitionen für den Personennahverkehr grundsätzlich von Liechtenstein getragen werden sollen. Allerdings haben die Investitionen der ÖBB wohl etwas mit dem Zeitpunkt zu tun. Und wenn man das im Rahmen eines gemeinsamen Projekts umsetzen kann, macht das Sinn.

Die Sinnhaftigkeit: Was hat Liechtenstein davon?
Herbert Elkuch: Die Bahn wurde von Beginn an als Pendlerbahn eingerichtet. Der Andrang ist nicht gross. Natürlich werden mehr Pendler fahren, wenn mehr Züge angeboten werden. Aber diese verteilen sich auch auf mehr Züge. Ideal wäre doch eine Linie Chur-Bregenz. Jede Umsteigezeit ist ein Hindernis. Deshalb sollten die Linien nicht zerstückelt werden. Das Angebot ist nur attraktiv, wenn man auch über einen längeren Zeitraum sitzen bleiben kann und nicht ständig umsteigen muss.

Daniel Risch: Da gebe ich Ihnen recht. Durchzogene Linien sind natürlich wünschenswert. Diesen Wunsch habe ich auch geäussert. Eine durchgehende Verbindung von Bregenz nach Chur wäre ebenfalls ideal. Aber auch dafür wäre ein Doppelspurausbau bei uns nötig. Immerhin könnten wir nun aber einen ersten wichtigen Schritt gehen. Der heutige Blick auf den Fahrplan ist wirklich nicht attraktiv. Der künftig ausgehandelte Fahrplan zeigt aber den Mehrwert durch die bessere Vertaktung klar auf. Was das Angebot betrifft: Ich bin davon überzeugt, dass Angebot Nachfrage schafft. Wenn der Industriezubringer Vaduz–Triesen gebaut wird – was glauben Sie: Fahren dort künftig mehr, gleich viele oder weniger Autos als heute?

Herbert Elkuch: Jedes Angebot weckt Bedarf, das ist klar. Aber nicht nur wir Liechtensteiner fahren gerne Auto, auch die Grenzgänger tun das. Um attraktive Arbeitsplätze zu bieten, braucht es auch eine freie Wahl des Verkehrsmittels. Wenn man aber 4000 bis 5000 Pendler auf den öffenlichen Verkehr bringen will, müssten entsprechende Massnahmen getroffen werden. Hier müssen Bremsen eingebaut werden. Die steigen nicht freiwillig um. Und wie gesagt: Die Zerstückelung der Linien führt zu mehrfachen Umsteigezeiten und macht das Angebot damit unattraktiv.

Daniel Risch: Der Fall, dass jemand vier- bis fünfmal umsteigen muss, ist praktisch nicht gegeben. Und wenn er gegeben ist, ist der ÖV nicht mehr attraktiv und nicht das richtige Verkehrsmittel; das muss man so sagen. Für eben diese Fälle setzen wir im Mobilitätskonzept ja auch auf alle bzw. andere Verkehrsträger. Wir haben ein anderes Problem. Die Nachfrage nach Mobilität ist gestiegen. Aber das Angebot nur bedingt. Deshalb müssen wir erst wieder Angebote schaffen. Wenn diese geschaffen und auch vergleichbar gut sind, erst dann kann ich einen Pendler auch mit Anreizen dazu motivieren, umzusteigen. Solange das Angebot nicht da ist, kann ich ihn aber nicht zwingen. Das wäre der Attraktivität der Arbeitsplätze hier nicht förderlich. 

Herbert Elkuch: Der Stau wird sicher nicht weniger. Und der Liechtensteiner als Privatperson profitiert kaum von der S-Bahn, weil er sie einfach nicht nutzt. Die grossen Betriebe sind natürlich daran interessiert, die Arbeitswege zu sozialisieren. Denn die Werkbusse kosten Geld. Die Kosten, die vorher der Arbeitnehmer bzw. Arbeitgeber getragen hat, trägt nun der Staat. Wir werden immer mehr zum Sozialstaat. 

Daniel Risch: Schon heute geben die Arbeitgeber viel Geld für betriebliches Mobilitätsmanagement, Busabos etc. aus. Es hört sich ein wenig danach an, dass die Unternehmen sich hier auf den Staat verlassen wollen. Die Infrastruktur bereitzustellen, ist ureigenste Aufgabe des Staates – dafür zahlen diese Firmen ja auch Steuern. Die Unternehmen haben im letzten Jahr übrigens 262 Mio. Franken an Steuern bezahlt. Rechnet man das auf Tage aus, kann man sagen: In 92 Tagen ist die S-Bahn über die Steuer der juristischen Personen bezahlt. Zum Thema, dass die Liechtensteiner nichts von der S-Bahn haben: Wenn ich mir überlege, dass jemand von Schellenberg nach Nendeln fährt, damit er von Nendeln nach Schaan kommt, um dann mit dem Bus nach Schaan zu gelangen – dieses Beispiel funktioniert sicher nicht. Wenn ich mir aber überlege, mit dem Auto von Mauren nach Nendeln zu fahren, um von dort nach St. Anton zu gelangen, ist das ein anderes Beispiel. Wir haben durchaus etwas davon. Diese S-Bahn macht zudem nur Sinn, weil die Schweiz und Österreich massiv darin investieren – weil es als Gesamtsystem funktioniert. Als einzelnes System und nur für Liechtenstein betrachtet ist das kein spannendes System. Deshalb muss man die S-Bahn einfach überregional betrachten. Unsere Wirtschaft könnte ohne diese Zupendler zudem nicht funktionieren. Dies muss in diesem Zusammenhang auch immer wieder betont werden, wenn man kritisiert, man baue ja «nur» für die Pendler. Diese Pendler sind keine anonyme Masse. Das sind Menschen, die mit und für uns arbeiten. Wir müssen in der Region zusammenstehen. Wir profitieren davon.

Herbert Elkuch: Dass wir auf Grenzgänger angewiesen sind, steht ausser Frage. Das ist ein Bestandteil unserer Wirtschaft. Aber wir bezahlen ihnen ja auch einen Lohn bzw. es ist durchaus eine Gegenleistung vorhanden. Das bedeutet aber nicht, dass man immer mehr sozialisieren muss. Die Löhne in der Schweiz und Liechtenstein sind auf ähnlichem Niveau. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Arbeitsplätze so attraktiv wie möglich gehalten werden. Und dazu gehört auch, dass sie bezüglich des Verkehrsmittels freie Wahl haben. Meine Meinung ist, dass wir eine vierspurige Rheinbrücke brauchen.

Daniel Risch: Natürlich brauchen wir für verschiedenste Gemeinden und Verkehrsträger Lösungen. Aber man darf die einzelnen Gemeinden und Verkehrsträger nicht gegeneinander ausspielen. Freie Wahl der Verkehrsmittel bedeutet nicht «Auto oder Auto», sondern eben auch, dass man auf eine S-Bahn setzen kann, wenn man möchte. Und das Velo ist natürlich auch nicht für jene gedacht, die 
einen sehr langen Arbeitsweg haben. Deshalb müssen wir ja verschiedene Möglichkeiten anbieten. Und das tun wir heute nicht. Die S-Bahn hat in diesem ganzen Orchester eben auch eine wichtige Stimme.

Die Folgekosten: Zu hoch?
Daniel Risch: Der Staat hat die Infrastruktur so zu erweitern, dass überhaupt Angebote möglich sind. Eine Sache ist die einmalige Investition. Die Betriebskosten sind die «wahren Kosten». Hier sprechen wir in Bezug auf die S-Bahn von 2 Mio. Franken. Dass sich das nach viel anhört und auch viel ist, ist mir bewusst. Aber wenn wir das Staatsbudget von 800 Mio. Franken betrachten, sind es 0,25 Prozent, die wir hier jährlich für die Anbindung 
ausgeben würden. Das kann man durchaus rechtfertigen. Man muss es nicht toll finden, aber man darf sagen: Das ist nicht unvernünftig. Da geben wir in anderen Bereichen mehr aus. 

Herbert Elkuch: Im Vergleich zum Streckennetz der Liemobil ist das viel. Die Liemobil bedient das gesamte Land und und kostet 14,5 Mio. Franken. Die S-Bahn befördert einige wenige auf einer Strecke von 9 Kilometern und soll jährlich 2 Mio. Franken kosten. Hier stimmt das Verhältnis nicht. 

Daniel Risch: Das ist Äpfel mit Birnen verglichen. Die Liemobil ist als Feinverteiler im ganzen Land unterwegs. Die S-Bahn ist nur ein Grobverteiler.

Herbert Elkuch: Ich vergleiche Kilometer mit Kilometer und Franken mit Franken. 

Daniel Risch: Und ich Angebot mit Angebot.

Herbert Elkuch: Fakt ist, dass die S-Bahn  pro Kilometer um ein Vielfaches mehr kostet als die Liemobil. Und das, obwohl die Liemobil weitaus mehr Fahrgäste befördert. 

Daniel Risch: Wir können nicht die zukünftigen Kosten mit den heutigen Fahrgästen vergleichen. Dann dürfen wir den Industriezubringer Vaduz–Triesen auch nicht bauen, weil wir befürchten, dass nicht mehr Autos dort fahren. Dann hätten wir vor 150 Jahren auch die Eisenbahn nicht bauen sollen. Wenn wir den Glauben haben, dass mehr 
Angebot mehr Frequenz generiert, müssen wir in die Zukunft investieren. Wenn wir aber glauben, dass alles bleibt, wie es ist, machen wir halt nichts und stehen weiterhin im Stau und schauen, was geschieht. Ich möchte nicht, dass ich mir in 20 Jahren anhören muss: Warum wurde nichts gemacht? Ich würde gerne aus diesem Modus des Nicht-mehr-Glauben-Könnens ausbrechen. Ich verstehe, wenn man dieser S-Bahn kritisch gegenüber steht, weil sie einem vielleicht persönlich nichts bringt. Aber sie ist ein wichtiger Mosaikstein. Und es werden weitere folgen. Und dann haben wir am Schluss keinen Flickenteppich, sondern ein funktionierendes Verkehrssystem, das auf allen Verkehrsträgern fusst.

Herbert Elkuch: Es wurde in Schaan gesagt, dass zuerst Wasser da sein müsse, bevor man schwimmen lernen kann. Seit 20 Jahren fährt die S-Bahn und nicht viele lernten schwimmen. Da hilft auch ein neues Schwimmbecken nichts.

Daniel Risch: Wenn wir das schon bildlich diskutieren wollen, dann komme ich mit dem Wasserhahn. Wenn da nur ein paar Tropfen rauskommen, ist es nicht attraktiv, sich dort zu waschen. Wenn ich aber das Rohr repariere und Druck auf der Leitung ist, dann kann und will ich mich dort auch waschen. Das ist die heutige Bahn: Es sind nur Tropfen – es reicht nicht zum Waschen. Und zum Schwimmen lernen schon gar nicht. (dv)

07. Jul 2020 / 06:30
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6 KOMMENTARE
Warum ich für die S-Bahn bin....
..hat ein Mitglied der "IG Mobiles Liechtenstein" in einem Zeitungsbeitrag auf den Punkt gebracht. Sozusagen "den Vogel abgeschossen"! Er wies auf einen Verkehrs-Stau im Schaanwald hin und dass er dadurch mit "seinen Leuten" fast zu spät zum Bahnhof Feldkirch gekommen wäre. Wenn man doch sooo für die Bahn ist, warum bringt man(n) diese Reisenden nicht zum Bahnhof Schaan und lässt diese mit doch so be (ge)liebten Zug nach Feldkirch fahren?? Die allgemeinen Widersprüche dieser "IG" häufen sich ständig - zunehmend. Aber das ist gut so...! Vor allem für die Wahrheit!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 02.08.2020 Antworten Melden
Daniel Risch: Der Fall, dass jemand vier- bis fünfmal umsteigen muss, ist praktisch nicht gegeben.
Aber genau aus diesem Grund wird schon heute die Bahn von den Pendlern nicht angenommen,weil eben mehrmals umgestiegen werden muss. zBsp. der "Klostertaler" müsste frühmorgens zu Fuss zum Bus-dann mit Zug nach Feldkirch- S-Bahn nach Schaan -Bus in die Nähe seines Arbeitsplatzes-dann noch zu Fuss zur Firma. Das würde heissen, jeden Morgen MIND. 1 STUNDE früher aufstehen. Nach Hause wieder dasselbe Theater. Die meisten Pendler wohnen mit Sicherheit nicht sehr Nahe an einem Bahnhof. Aber es wurde in unserem Land schon einiges "durchgestiert". Telefonie-Gasbusse inkl.Tankstelle usw.etc. Man beachte bitte den letzten Satz von @Jeffrey.....
Die Zupendler wollen nicht mit dieser Bahn fahren, dies zeigen die kürzlich erhobenen Zahlen doch eindeutig! Ausgelastet wird nur der ÖBB-Güterverkehr sein. Und dies Tag und Nacht, 24 Stunden lang. Warum hat die Hilti AG wohl ein Parkhaus gebaut, sicher nicht weil sie an die S-Bahn glaubt. Hilti AG mit Haltestelle vor Haustüre!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 11.07.2020 Antworten Melden
Lösungen für Schaan?
Die S-Bahn ohne eine bestehende Lösung für Schaan erachte ich als schwierig. Die erhöhte Taktfrequenz wird die Problematik der Bahnschranken erst einmal verschärfen, ausser die Lösung ist bis dahin auch umgesetzt. Die angesprochenen Vorschläge auf Seite 92 bringen da wenig Hoffnung und schon überhaupt keine Klarheit in Sachen zusätzlicher Kosten. Würde man das Trassee absenken, müsste das wohl hier schon vorgesehen sein. Was kosten Strassenunterführungen und was tun wenn diese sich als nicht machbar herausstellen? Bringt die Umfahrung die erwünschte Erleichterung? Es müssen ja dennoch viele Autos und Busse queren. Irgendwie viele Fragezeichen. Was geschieht, wenn keine der Ideen umgesetzt wird? Dann ist das Problem zusätzlich verschärft auf der Strasse.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es vorher Klarheit braucht.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 07.07.2020 Antworten Melden

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