• Britain Climate Protests
    Im Vorfeld des UN-Klimaaktiongipfels demonstrierte in London eine Gruppe von Müttern und Kindern.  (AARON CHOWN)

Liechtenstein nimmt am UN-Klimagipfel teil

In New York wurden der stärkere Einbezug der Jugend und die Früherkennung von Katastrophenrisiken durch den Klimawandel unterstützt.
 
In den vergangenen drei Tagen versammelten sich Staatsoberhäupter aus aller Welt in New York, um am UN-Klimaaktionsgipfel teilzunehmen. Mit dem Titel «It Is Time To Come With A Plan» wollte Generalsekretär Antonio Guterres die Dringlichkeit des Treffens betonen, was auch Demonstrationen rund um die Welt anstrebten. Denn die bisherigen Gespräche der Politiker haben keine Wirkung gezeigt: Entgegen des Pariser Abkommens (2015) haben die Treibhausgasemissionen nicht abgenommen, sondern zuletzt neue Höchstwerte erreicht. Redezeit erhielt in New York also nur, wer Ansätze zu Verbesserung der Situation lieferte.
Neben prominenten Gästen der grösseren Nationen wie Merkel, Macron, Johnson und Thunberg war auch Liechtenstein am UN-Klimaaktionsgipfel vertreten. Wie das Amt für Auswärtige Angelegenheiten (AAA) auf Anfrage mitteilt, sind Erbprinz Alois und Amtsleiter Martin Frick angereist. Ebenfalls zur Delegation gehörten Botschafter Christian Wenaweser und weitere Mitarbeiter der Vertretung in New York. «Sie waren als passive Teilnehmer an der Konferenz», berichtet Panagiotis Potolidis-Beck, Leiter der Abteilung für Wirtschaft und Entwicklung beim AAA. Das heisst, die Liechtensteiner Delegation hat weder Reden gehalten noch Dokumente eingereicht. Allerdings hat sie zwei Initiativen von anderen Ländern unterstützt.
 
Jene mitreden lassen, die der Klimawandel betrifft
 
Überall gehen Jugendliche am Freitag regelmässig auf die Strassen, um ihren Anliegen zur Klimadebatte eine Stimme zu verleihen. In Liechtenstein gibt es bislang zwar keine solchen Streiks, doch unter dem Namen «Klimaorganisation Liechtenstein» streben über 34 Schüler ein Umdenken in der Politik an. Diese dürfte es freuen, dass Liechtenstein am UN-Klimagipfel die Initiative «Kwon-Gesh» aus Irland unterzeichnet hat. Bei diesem Dokument handelt es sich nämlich um ein Versprechen, dass sich hauptsächlich für einen stärkeren Einbezug der Jugendlichen in der Klimadebatte einsetzt. Ausserdem sollen die unterzeichnenden Staaten längerfristige Klimaschutzziele beschliessen. «Liechtenstein hat seine Klimaziele zum Pariser Abkommen bereits 2015 offiziell kommuniziert und auch eine Anpassung der Strategie beschlossen. Damit setzen wir die Ziele der Initiative bereits heute um», erklärt Potolidis-Beck die Beteiligung des Landes am irischen Dokument. 
 
Rund 200 000 Franken jährlich für Klimaprojekte
 
Laut dem Amt für Auswärtige Angelegenheiten (AAA) hat sich Liechtenstein mit der Teilnahme an der «Risk-informed Early Action Partnership» (REAP) zusätzlich dazu verpflichtet, die «Früherkennung von Katastrophenrisiken durch den Klimawandel insbesondere in den Entwicklungsländern zu verbessern». Dazu gehört, dass sich die 15 an der englisch-ägyptischen Initiative beteiligten Staaten im Rahmen der UN-Klimaverhandlungen zweimal pro Jahr treffen. Es werden eine aktive Teilnahme an diesen Sitzungen sowie auch «konkrete Projekte zur Katastrophenprävention in Entwicklungsländern» erwartet. Über die «Internationale Humanitäre Zusammenarbeit und Entwicklung» (IHZE) verfüge man 
ohnehin bereits über ein jährliches Budget von ungefähr 200 000 Franken, die man im Bereich der Klimaanpassung investiere, teilt das AAA mit – also wieder ein Bereich, in dem man die Hausaufgaben schon erledigt hat. 
 
Potolidis-Beck führt aus,  dass Liechtenstein mit der Beteiligung an der Initiative sein Mitwirken in der Staatengemeinschaft sichtbarer machen könne. «Die Verstärkung der Katastrophenvorsorge in Entwicklungsländern liegt im Interesse des Landes», betont er. Und dieser hat sich das Dokument, das sich um eine Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern bemüht, definitiv verschrieben. Das erste sportliche Ziel lautet, dass 50 Staaten bis zum Jahr 2025 ihr Risikomanagement und ihre Klimaanpassungsgesetze überprüfen respektive einführen sollen. Weiter sollen im selben Zeitraum eine Billion Menschen mehr von präventiven Schutzmassnahmen erreicht und 500 Millionen US-Dollar in entsprechende Warnsysteme investiert werden. Zu den beteiligten Staaten gehören unter anderem auch Bangladesch, Finnland, Frankreich, Deutschland, Jamaica, Japan, Malawi, Irland, Luxemburg und Norwegen. (gk)
24. Sep 2019 / 09:51
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7 KOMMENTARE
Es soll ja auch nicht um Lösungen gehen, wenn sich jugendliche einbringen...
Aber die Jugendlichen und auch wir Erwachsene müssen die Politik darauf aufmerksam machen, endlich zu handeln. Oder sollen wir so weitermachen? Seit bald 30 Jahren wissen wir, dass es so nicht weitergehen kann. Aber scheinbar ist niemand dazu bereit auf etwas zu verzichten. Und dann kommen solch komische Rechtfertigungen wir oben zustande. Es sollte endlich darüber nachgedacht werden, ob es auch in Zukunft immer nur um Geld und Wachstum gehen muss, weil genau das kontraproduktiv ist.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 24.09.2019 Antworten Melden
worum soll es dann gehen?
Der Club of Rome behauptete 1975, dass es so nicht weitergehen könne.
Öl? Gibts keins mehr.
Waldsterben.
Überbevölkerung.
Leere Meere.
Afrika verhungert.
Untergang überall.

Seitdem gibts ein paar Milliarden Menschen mehr auf der Welt, und nichts ist passiert.
Die Bevölkerungen haben sich verdoppelt bis vervielfacht. Der Mittelstand in der dritten Welt nahm zu. Weniger hungern.
In Afrika wächst die Bevölkerung pro Woche um eine Million.

Flüsse und Luft der Industriestaaten wurden sauberer.
Autos verbrauchen heute ein Drittel bei dreifacher Leistung.

ABER:
Man kann keine Gesellschaft bzw. Wirtschaft umbauen, wenn man sie vorher total in Trümmer gelegt hat.
Doch, natürlich kann man schon, aber dann halt auf Subsistenzniveau wie im Jahr 1800.

Zurück in die Steinzeit? Auf diesen Weg werden wir gerade geschickt. Stromnetze ständig am Zusammenbruch, Schlüsselindustrien vom Niedergang bedroht, Deindustrialisierung als politisches Ziel.

Wollen wir wirklich zurück ins Freiluftmuseum?
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 24.09.2019 Antworten Melden
Vor was haben Sie den Angst?
Dass man Ihnen etwas wegnehmen könnte oder Sie auf gar viel verzichten müssten? Fakt ist, dass die Fischer z.B. im Mittelmeer drastisch weniger Fisch fangen. Das ist auch in Schottland oder Irland der Fall. Fakt ist auch, dass die Gletscher dramatisch schnell schrumpfen. Machen Sie doch einmal eine Hochtour in den Alpen und kommen Sie dann zwei Jahre später zurück. Dann begreifen vielleicht auch Sie, was im Hochgebirge abgeht. Vor allem die Geschwindigkeit macht mir Sorgen. Fakt ist auch, dass immer noch viel zu viele Menschen in Afrika verhungern. Tun Sie doch nicht so, als ob alles reine Panikmache wäre. Und dass die heutigen Kinder die Umwelt stärker belasten als die Alten damals taten stimmt doch auch nicht. Haben Sie vergessen, wie die Autos in den 70gern stanken und die Ölheizungen damals qualmten. Aber das war halt Stand der Technik und man wusste es damals nicht besser. Darum ist es ja auch gut dass weiterhin geforscht und weiterentwickelt wird.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 24.09.2019 Antworten Melden

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