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    Das Luschniki-Stadion in Moskau soll rund eine Milliarde Euro gekostet haben.  (Keystone)

Die teuerste WM aller Zeiten

Die anstehenden Fussball-Weltmeisterschaften in Russland sollen noch teurer werden als in den vergangenen Jahren.

Das Geld regiert den Fussball. Oder zumindest die grossen Vereine und Verbände. Da kommt es wenig überraschend, dass einem von Turnier zu Turnier die Kinnlade runterfällt, wenn man von den damit verbundenen Kosten liest. Der Weltverband Fifa liess sich natürlich auch hinsichtlich der Weltmeisterschaften in Russland nicht lumpen und sorgte für einen neuen Kostenrekord. Rund 11 Milliarden Euro soll die Organisation und Infrastruktur gekostet haben. Der Bau und die Sanierung der zwölf Stadien alleine soll über fünf Milliarden Euro verschlungen haben.

Spitzenreiter  punkto Kosten ist das Olympiastadion Luschniki in Moskau, in welches knapp eine Milliarde Euro investiert wurden. Dicht dahinter folgt das Stadion in St. Petersburg, in welches 930 Millionen Euro investiert worden sind. Wie meistens bei grösseren Bauprojekten kam es aber auch in Russland zu Verzögerungen und damit steigenden Kosten. Die Neubauten in Samara und Saransk sollten ursprünglich rund 270 Millionen Euro pro Stadion kosten. Die Arena in Samara wurde als letzte Austragungsstätte aber erst im Mai fertiggestellt, «sieht anders aus als geplant und ist mindestens 285 Millonen Euro teurer als vorgesehen», wie der Nachrichtensender «n-tv» berichtete.

Nur drei Stadien für Erstligisten

Einmal mehr stellt sich die Frage, ob es überhaupt in irgendeinem Verhältnis steht, für einen Monat Fussballunterhaltung so viel Geld zu investieren. Die letzten Weltmeisterschaften in Brasilien zeigten, dass neue Stadien, in welche massenweise Geld gepumpt, dafür Wald abgeholzt und Menschen umgesiedelt wurden, nun leer stehen und nicht mehr gebraucht werden. Dass dies in Russland anders wird, ist eine 
Illusion. Alexej Sorokin, Chef des WM-Organisationskomitees, sagte gegenüber «n-tv»: «Neue Stadien ziehen sofort mehr Menschen an.» In der Realität sieht es jedoch so aus, dass gerade einmal sechs der zwölf WM-Spielstätten von russischen Erstligisten genutzt werden. Drei Stadien werden in Folge von Zweit- und eines von einem Drittligisten bespielt.

Das teuerste Stadion, das Luschniki in Moskau, sowie das «Fisht», dass 2014 für die Olympischen Spiele in Sotschi für 620 Millionen gebaut und nun für 50 Millionen Euro «fussballgerecht gemacht wurde», werden nach den Weltmeisterschaften voraussichtlich überhaupt nicht mehr regelmässig genutzt. Was in Russland tatsächlich für Stadien hingestellt werden, ist jenseits von Gut und Böse. Das Luschniki-Stadion in Moskau wird Platz für 81 000 Zuschauer bieten und ist damit die grösste Sportstätte. Das Zentralstadion in Jekaterinburg fasst als kleinstes Stadion 35 696 Zuschauer. Dabei liegt der Zuschauerschnitt in der russischen Erstliga in der letzten Saison laut «transfermarkt.de» gerade einmal bei 13 956 Zuschauern. «Sorokin baut Luftschlösser», schreibt «n-tv» passend. (sb)

03. Jun 2018 / 00:01
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