• Cornelia Heinzle weiss zwar, dass die Seelen nicht auf dem Friedhof sind. Sie begrüsst aber solche Feiertage des Totengedenkens.  (Regina Jaeger)

«Die Seelen leben weiter und bleiben mit uns verbunden»

Cornelia Heinzle besitzt ausgeprägte mediale Fähigkeiten. Damit hilft sie Menschen und Tieren, schwierige Situationen zu lösen. «Rituale, wie zum Beispiel an Allerheiligen, helfen, um Verstorbenen zu gedenken», erklärt sie. Sie ist aber auch davon überzeugt dass die Seelen der Verstorbenen uns begleiten.

Es gibt vieles zwischen Himmel und Erde, was man nicht begreift oder fassen kann. «The Sixth Sense», heisst der Film aus dem Jahr 1999, in dem ein kleiner Junge immer wieder verstorbene Menschen sieht, die sich ihm mitteilen möchten. Der Film thematisiert im Wesentlichen ein parapsychologisches Phänomen, das auch die 41-jährige Cornelia Heinzle Tag für Tag erlebt. Sie ist überzeugt: «Wenn Menschen sterben, stirbt nur ihr Körper – ihre Seelen leben weiter.» Nicht nur das. Laut Cornelia Heinzle sind die Verstorbenen uns sehr nahe – und sie würden sich auch mitteilen. Es gibt Menschen, die für solche Botschaften empfänglicher sind, andere weniger. «Und wenn jemand überhaupt nichts damit anfangen kann, ist das genauso legitim», erklärt Cornelia Heinzle. «Es ist nicht so, dass die Verstorbenen für mich sichtbar auftauchen und mit mir sprechen», erklärt die gebürtige Lustenauerin. «Ich nehme sie als Energie wahr. Ihre Botschaften äussern sich dann in Gefühlen, inneren Bildern und zum Teil sogar als Stimmen», beschreibt sie das Phänomen. Sie weiss, dass es schwierig sei, so etwas nachzuvollziehen, wenn man es nicht selbst erlebt habe. «Einen Anhaltspunkt für das, was ich erlebe, liefert Anita Moorjani in ihrem Buch ‹Heilung im Licht›, wo sie einen Raum von Licht und Ekstase beschreibt, in dem sie sich im Rahmen eines Nahtoderlebnisses wiederfand.» Je nach Stufe der Meditation erlebe sie Ähnliches, vor allem wenn sie Sterbende aus der Ferne begleitet. 

Lernen, damit umzugehen
Ihr gehe es in erster Linie darum, Menschen selbst zu ermächtigen, solche Botschaften zu deuten. In ihren Seminaren und ihrem «Medialen Übungszirkel» lehrt sie, wie 
man die Kommunikationskanäle öffnet und die sensitiven Fähigkeiten ausbaut. Das helfe nicht nur dabei, Kontakt mit der geistigen Welt aufzunehmen, sondern auch, um Potenziale im Alltag auszuschöpfen: «Manchmal hilft ein Perspektivenwechsel enorm, um Probleme aller Art zu lösen.» Besonders der Tod führe Menschen an Grenzerfahrungen. «Wenn wir uns im Schmerz verlieren, sind wir nicht in der Lage, etwas zu empfangen», erklärt die 41-Jährige. Erst mit dem Loslassen ist ein wichtiger Schritt getan. «Ich empfange beispielsweise viel mehr Botschaften, wenn ich ausgeglichen und glücklich bin», erklärt sie.
Cornelia Heinzle selbst musste lernen, mit ihrer Fähigkeit umzugehen. Beim Tod ihres Grossvaters machte sie als Siebenjährige ihre ersten Erfahrungen «in einer Art von Tagträumen, mit konkreten Bildern im Kopf». Über ihre Fähigkeiten hat sie lange nicht gesprochen und bemühte sich um ein ganz normales Leben. Sie machte zunächst im Bank- und Treuhandwesen Karriere, reiste viel. Während ihrer Arbeit bildete sie sich im Bereich Coaching weiter und fand Freude daran. Auch ihre medialen Fähigkeiten vertiefte sie über mehrere Jahre in Trainings in England. «Vor allem, um die geistige Welt von der diesseitigen trennen zu können.»  

Fähigkeiten werdennicht gefördert
Menschen tun sich schwer zu glauben, was sie nicht sehen oder anfassen können. Sie fürchten sich auch oft vor solchen Phänomenen. Deshalb sind Medien wie Cornelia Heinzle – und es gibt viele Menschen, welche diese Gaben besitzen und damit auch ihren Lebensunterhalt bestreiten – immer gezwungen, Beweise dafür zu erbringen, dass es so etwas wie Kommunikation zwischen Verstorbenen und lebenden Menschen geben kann. So erlebt sie das bei öffentlichen Anlässen vor mehreren Personen, aber auch im Gespräch mit ihren Klienten. Im Gegensatz zur allgemeinen Skepsis nehme in der heutigen Zeit aber die Spiritualität zu und das Angebot scheint grenzenlos zu sein. «Die Menschen suchen immer öfter nach Lösungen für Probleme, die sie mit den konventionellen Methoden nicht finden», stellt Cornelia Heinzle fest. «Die Lösung liegt in jedem Menschen. Ich möchte den Menschen dabei helfen, den Zugang zu ihrem PotenZial wiederzufinden und Mut machen, ihren persönlichen Weg zu gehen – mehr nicht.» Sie achte dabei auch besonders auf das Gegenüber, wenn sie in Sitzungen die Botschaften der Verstorbenen weitergibt: «Ich konzentriere mich auf das Positive und die konstruktiven Zeichen. Manchmal kommen keine detaillierten Aussagen der Verstorben, jedoch führen sie mich in den Coachings, um die Klienten 
zu unterstützen, mehr Klarheit im Leben zu bekommen, und dass sie sich wieder voll und ganz dem Leben und der Freude zuwenden können. Unsere Lieben in der geistigen Welt möchten, dass wir glücklich sind.»
 

«Es gibt auch viel Scharlatanerie»
Es sei verständlich, dass viele diese Gabe als Betrug ansehen und sie in Zweifel ziehen. «Man hat alleine mit gutem Raten schon eine ca. 60-prozentige Wahrscheinlichkeit, richtig zu liegen», sagt sie. Deshalb gebe es mit dem steigenden Angebot auch solche, die nur vorgeben, eine solche Gabe zu besitzen. «Es gibt auch viel Scharlatanerie», erklärt sie. Deshalb gelte es auch für jene, die sich mit dem Thema beschäftigen, den eigenen Gefühlen dabei zu trauen, und eine gesunde Skepsis sei immer gut. Dann sei man auf dem richtigen Weg. 
Ob man nun an Verbindungen zwischen geistiger Welt und dem Diesseits glaubt oder nicht: Solche Phänomene dürften der Ursprung vieler kultischer Handlungen rund um den Tod sein, auf welche sich sowohl historische als auch aktuelle Religionen stützen. Und solche Rituale sind auch erlaubt, um den Bezug zu den Toten herzustellen. Das denkt auch Cornelia Heinzle, obwohl sie selbst wisse, dass die Seelen sich nicht auf dem Friedhof befinden. «Rituale, wie zum Beispiel an Allerheiligen/Allerseelen, helfen, um Verstorbenen zu gedenken», erklärt sie. Es schade jedenfalls nicht, wenn man in sich gehe und das Andenken an die Verstorbenen pflege. (mw)

28. Okt 2017 / 20:57
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