•  (Daniel Schwendener)

Wir wollten etwas nach unseren Vorstellungen machen

Unternehmer, Musiker und Küchenchefs – die Brüder Philipp und Pascal Luder teilen sowohl privat als auch beruflich dieselben Leidenschaften.

Eigentlich hat Philipp Luder einen ganz anderen Beruf gelernt. «Ich bin Banker», gesteht er. Doch schon kurz nach der Lehre hat er vom Büro auf  die Baustelle gewechselt, «um ein paar Stutz zu verdienen». Immerhin wollte er noch eine Weltreise machen. Insgesamt sieben Monate war er in der Welt unterwegs. Von Thailand über Australien bis nach Amerika. «Am besten gefallen hat es mir in Australien. Die Menschen sind dort sehr offen, hilfsbereit und freundlich. Irgendwie scheint das Leben dort sehr relaxed zu sein.» Nach seiner Reise hat Philipp Luder noch einmal die Schulbank gedrückt und die Berufsmatura nachgeholt. Vergangenen Januar schloss er sein BWL-Studium ab. 

Auch sein Bruder Pascal hatte einen anderen Beruf gelernt. Er ist Informatiker. «Es ist immer gut, einen Informatiker im Haus zu haben», scherzt Philipp. Dass die beiden einmal gemeinsam ein Unternehmen führen würden, war nicht geplant. «Wir hatten schon die Idee im Kopf, einmal etwas mit unserem Vater zu machen. Aber wirklich geplant war das nicht», erzählt Pascal. 

Etwas Eigenes
Angefangen haben die Luder-Männer mit einer Subway-Filiale in Gossau. «Ich weiss gar nicht mehr, wie wir darauf gekommen sind», meint der jüngere der Brüder. «Eines Tages ist unser Vater nach Hause gekommen und hat gemeint: ‹Das wär doch was für uns.›» Seither kümmern sich die Brüder um das Geschäft und der Vater übernimmt die Rolle des Beraters im Hintergrund. «Unsere Mutter ist die Chefin. Das war zwar schon vorher so, aber nun haben wir es sogar auf Papier», scherzt Philipp. 

Nach Gossau übernahmen sie bald die Filiale in Vaduz und bauten später noch drei weitere auf. Obwohl die Brüder nach wie vor noch gern selbst hinter der Theke stehen und die Sandwiches für die Kunden zubereiten, wollten sie doch etwas Eigenes machen. «Bei einem Franchise-Unternehmen ist man aufgrund der strikten Vorgaben recht eingeschränkt. Wir wollten etwas nach unseren Vorstellungen machen, ein ganz neues Konzept ausarbeiten», erzählt Philipp. So ist die Idee ihres Food-Trucks entstanden. Damit wollten sie ursprünglich Hot Dogs verkaufen. Die Luder-Brüder sind schon nach England geflogen, um dort den Food-Truck zu bestellen. Das Konzept war bereits fertig ausgearbeitet. Doch die beiden hatten plötzlich Zweifel. «Wir haben alles über den Haufen geschmissen und spontan entschieden, doch lieber Pasta anzubieten», erzählt der Jüngere der beiden.

Den Food-Truck betreiben die beiden Unternehmer selbst. «Das ist eigentlich mehr unser Hobby», meint Pascal und zuckt mit den Schultern. «Es macht Spass, mit den Leuten so in Kontakt zu kommen. Das gefällt uns.» So stehen die Brüder, manchmal mit ihren Eltern, im Truck und bekochen ihre Gäste. 

Gemeinsam finden sie die Lösung
Vor Kurzem haben die Luder-Brüder einen Imbissstand am Hauptbahnhof in Zürich eröffnet. Auf diesen sind die Brüder besonders stolz. «Das ist der erste drehbare Imbissstand Europas», sagt Pascal. Tatsächlich lässt sich die Bude um 180 Grad drehen. Daraus machen die Jungs auch gleich einen Event. «Wir halten jeden Tag um 11.30 Uhr die Gäste an und bitten sie, uns zu helfen, den Stand zu drehen», erklärt Philipp.

Die Idee der drehbaren Imbiss-bude kommt bei den Gästen gut an. «Dabei haben wir eigentlich aus der Not eine Tugend gemacht», erklärt der ältere der Brüder. «Wir wollen nicht nur Pasta anbieten, sondern auch gesunde Müsli.» Doch der Platz am Bahnhof war begrenzt und so überlegten die Brüder lange, wie sie beide Konzepte auf den 22 Quadratmetern unterbringen könnten. «Wir wissen gar nicht mehr, wer die Idee eigentlich hatte», meint Pascal. 

Als Unternehmer sind die zwei Luder-Jungs ein eingespieltes Team. Dabei hatten sie in der Vergangenheit eigentlich keine gemeinsamen Projekte. «Wir haben vielleicht einmal eine Sandburg gebaut», überlegt Pascal und lacht. «Hin und wieder haben wir unsere alten Sachen auf dem Flohmarkt verkauft. Das ist aber schon das Einzige», weiss der ältere Bruder. 

Nicht nur beruflich, auch privat teilen die Luder-Brüder dieselben Leidenschaften. «Fischen ist ein Hobby, das wir gern gemeinsam betreiben», sagt Philipp. An einem gemütlichen Tag in der Natur kann er am besten abschalten. «Ich bin auch ein leidenschaftlicher Schönwetter-Jogger», verrät er und lacht. Pascal hat vor Kurzem das Mountainbiken für sich entdeckt. 

Abschalten auf der Bühne
Auch beim Musikgeschmack sind sich die beiden einig. Dabei ist beziehungsweise war jeder Mitglied einer anderen Band. Pascal war lange Sänger bei «Snow Flake», eine Liechtensteiner Akustikband. «Ich musste wegen einer Zyste auf den Stimmbändern leider pausieren», erzählt der Sänger. Mittlerweile steht er im Rahmen des ein oder anderen Engagements wieder auf der Bühne. «Da fühle ich mich wohl. Dann bin ich in einer anderen Welt und kann völlig abschalten.» 

Sein Bruder spielt Bass bei «Taped». «Wir machen Musik im Metalcore-Bereich, oder wie unser Vater es gern nennt: ‹organisierter Lärm›», erklärt Philipp. Gelernt habe er das Bass-Spielen allerdings nie, wie er gesteht. «Meine Kollegen, die schon vorher in der Band gespielt haben, haben mich eines Tages gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Ich hatte das Gefühl, das könnte mir noch Spass machen. Und so ist es.» Nach dem Motto «learning by doing» stellte er sich der Herausfordrung, das Spielen des Saiteninstruments zu lernen. «Ich kann zwar nur die Lieder der Band spielen und mehr nicht. Aber das reicht mir völlig», verrät er und lacht. (sms)

04. Nov 2017 / 22:10
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