• Elena Gjorgieva, Vaduz
    Auf der Bühne überrascht «Georgy» mit ihren ungewönlichen Texten, die sie selbst schreibt.  (Tatjana Schnalzger)

"Seine eigenen Lieder vorzutragen ist etwas ganz Persönliches"

Wenn Elena Gjorgieva an ihren Songs arbeitet, mag sie coole Beats und ungewöhnliche Rhythmen. Zum Entspannen hört sie am liebsten Lieder der Walt-Disney-Filme

Musik aus den Walt-Disney-Filmen – die hört Elena Gjorgieva am liebsten. Wenn sie traurig oder wütend ist, aber auch wenn sie gute Laune hat. Damit verbinde sie positive Erinnerungen aus der Kindheit, wie sie sagt. «Das ist mein Ding. Das ist mein ‹Happy-Place›.» Als Kind habe sie sogar Szenen aus den Filmen nachgespielt, wie sie lachend gesteht. «Ich habe mich verkleidet und meinen Bruder gezwungen, mitzuspielen.»
Wenn die 20-Jährige Musik macht, bewegt sie sich jedoch in einem etwas anderen Genre. «Trap infused Pop & R’n’B – also Pop und R’n’B kombiniert mit einer recht computerbasierten Musik», erklärt sie. Trap oder Trap Music ist ein Subgenre des Hip-Hop und kommt aus dem Süden der USA. Die junge Sängerin mag vor allem den Bass und die interessanten Rhythmen des Stils.

«Etwas sehr Persönliches»

«Georgy» singt seit ihrer Primarschulzeit. Angefangen hatte ihre musikalische Karriere, als sie und einige ihrer Freundinnen beschlossen, sich den Kinderchor einmal anzusehen. «Dann sind wir hängengeblieben.» Später sang sie im Schülerchor des Gymnasiums und im Weihnachtschor. «Den Weihnachtschor fand ich immer schon toll. Ausserdem wollte ich unbedingt eine Fürbitte vorlesen. Das fand ich immer so toll, wenn man das durfte», erzählt sie und lacht. Wenn sie heute zu Weihnachten in die Kirche gehe, müsse sie immer daran denken, wie nervös sie damals gewesen ist, «obwohl ich nicht einmal ein Solo hatte».
Ihren ersten Solo-Auftritt hatte Elena Gjorgieva, die mit Künstlernamen «Georgy» heisst, in der Primarschule. «Das war beim Wanderlager», erinnert sie sich. Davor hatte sie schon hin und wieder ein Paar Lieder aus dem Film «High School Musical» vor ein paar engen Freunden performt. Diese feuerten sie beim Fest während des Lagers an, etwas zu singen. «Ich habe ‹White Horse› von Taylor Swift gesungen», erinnert sie sich. «Ich habe so gezittert an dem Tag.» 
Vor fremden Menschen hat die kreative Frau erstmals mit etwa 16 Jahren gesungen, bei der Weihnachtsbesinnung im Gymnasium. Heute sei sie noch genauso nervös damals. «Ich hätte nie gedacht, dass das so schwierig ist. Seine eigenen Lieder vor Menschen vorzutragen, die man nicht kennt, ist etwas sehr Persönliches. Ich hoffe, dass es mit dem Studium leichter wird.»

Ein Studium in England

Die 20-Jährige ist nicht nur Sängerin, sondern auch Songwriterin. Damit habe sie einmal angefangen, als sie kein Lied finden konnte, das ihre aktuelle Stimmung traf. «Da dachte ich, dann schreibe ich selbst einen Song.» Richtig gepackt habe sie es aber erst später, als sie einen Text einer Freundin gab und sie um ihr Feedback bat. «Es war total spannend: Sie hat darin etwas völlig anderes gesehen, als ich. Und als ich den Text anderen Freundinnen schickte, kam von jeder ein anderes Feedback zurück.» Das war der Moment, als sie entschied, sich auf eine Karriere im Musikbereich zu konzentrieren. «Eigentlich hatte ich dabei an ein Musical-Studium gedacht», sagt sie. Doch keine der möglichen Universitäten konnten die Sängerin überzeugen. So entschloss sie sich, ein Studium zum Songwriter zu absolvieren. Ihre Eltern waren von der Idee anfangs jedoch weniger begeistert. Schon gar nicht, als sie ihnen erklärte, dass sie in London am British & Irish Modern Music Institute (Bimm) studieren wollte. «Da haben wir einige Gespräche geführt.» Doch nachdem die Tochter ihren Eltern erklären konnte, dass es sich dabei um ein handfestes Studium handelt, mit guten Jobaussichten, waren die Zweifel beseitigt. «Der Umzug nach London wird wahrscheinlich schwierig werden, auch für mich. Das weiss ich schon.»

Musik war nicht ihr Lieblingsfach

Wenn Elena Gjorgieva Lieder komponiert, sitzt sie meist an ihrem Computer. Ein Musikinstrument spiele sie nicht. «Zumindest nicht richtig», sagt sie und erklärt, dass sie zum Üben zu wenig Geduld hat. «Ich habe auch den Musikunterricht in der Schule nie wirklich gemocht», gesteht die Sängerin und lacht. Im Takt klatschen oder vom Blatt singen sei ihr immer zu langweilig gewesen. «Am schlimmsten war Musiktheorie. Lieber habe ich Texte analysiert. Beim Studium werde ich wohl nicht mehr darum herumkommen.»
Bevor die 20-Jährige im Herbst ihr Studium in London beginnt, hat sie einige Auftritte in der Region mit ihrer Live-Band. Gestern, Samstag, war sie auf der Bühne des FL1.Life Festivals zu sehen. Davor konnte sie sich beim FL1.Life-Contest durchsetzen. «Dafür haben wir alle sehr hart gearbeitet und viel geprobt. Auch der Auftritt am kommenden Donnerstag beim Feldkircher Poolbar Festival wird eine besondere Gelegenheit für uns. Ich finde das toll und bin sehr dankbar, dass meine Band diesen Weg mit mir geht.Das zeigt, dass sie an mich und meine Musik glauben. Das ist ein grosses Kompliment für mich.» Auch am Szene Openair in Lustenau und beim Volksfest am Liechtensteiner Staatsfeiertag wird sie singen.


«Ich bin recht beschäftigt», freut sich «Georgy». Dabei hatte sie noch vor, zwei oder drei ihrer Lieder im Studio aufzunehmen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und vielleicht kann sie eines Tages ihren Traum verwirklichen und einer Disney-Prinzessin ihre Stimme leihen. «Ich glaube, dann kann ich glücklich sterben», meint sie und lacht. Ihr liebster Disney-Charakter, das sind sogar mehrere: «Die fünf Musen aus dem Film ‹Hercules›. Die sind für mich die coolsten.» Und der jungen Sängerin gar nicht so unähnlich … 
(sms)

08. Jul 2018 / 00:01
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