•  (zvg)

"Jede Reise hat ihre ganz besonderen Höhepunkte"

Angefangen hatte alles mit einer planlosen Weltreise. Heute verdienen Loredana und Kilian Bamert ihren Lebensunterhalt mit den Videos von ihren Reisen.

Die Welt entdecken – das haben sich Loredana und Kilian Bamert vorgenommen. Auf ihrem YouTube-­Kanal halten sie Familie, Freunde und Interessierte über ihre Er­lebnisse auf dem Laufenden. Damit verdienen sie auch ihren Le­bens­unterhalt. «Geplant war das nicht», wie der 29-Jährige einräumt. 

Angefangen hat alles mit der Weltreise, welche das Paar im vergangenen Jahr unternahm. «Eigentlich schon früher, während unseres Studiums an der HTW Chur», meint die gebürtige Liechtensteinerin. Dort haben sich Loredana und Kilian kennengelernt und bereits gemeinsam erste Videoproduktionen realisiert. «Danach haben wir etwa fünf Jahre in unterschiedlichen Unternehmen gearbeitet. Mit der Zeit haben wir gemerkt, dass wir es vermissen, an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten», erzählt sie. Irgendwann hatten sie die Idee mit der Weltreise. Im Rahmen dieser Reise wollten sie auch ein neues gemeinsames Projekt in Angriff nehmen. «Und da unsere Familie und Freunde über unsere Reise auf dem Laufenden bleiben wollten, hatten wir die Idee mit dem Videoblog», sagt Kilian. 

Unerwarteter Erfolg
Dass sie mit ihren Videobeiträgen so viele Menschen begeistern würden, hatte das reisefreudige Paar nicht gedacht. Auf YouTube folgen ihnen derzeit über 2300 Menschen, auf Instagram sind es über 16 000. «Wir hatten gar kein Konzept und haben uns einfach von unserem Bauchgefühl leiten lassen», sagt Loredana. Und das machen die beiden noch heute so. 

Sein Erfolg in den sozialen Netzwerken ermöglichte es dem Paar, sich mit einer eigenen Agentur selbstständig zu machen. Heute produzieren sie auf Anfrage professionelle Videos für Unternehmen. «Unser Beruf nennt sich ‹Corporate Storyteller›», erklärt die 27-Jährige. Denn trotz ihres Erfolgs in sozialen Netzwerken wollen sie sich nicht als Influencer bezeichnen. «Ich finde, das tönt wie eine Krankheit», meint sie. Und so machen Loredana und Kilian heute das, wovon viele nur träumen: die Welt bereisen und damit Geld verdienen. «Es war anfangs gar nicht so einfach, unseren Familien und Freunden zu erklären, dass wir keinen ‹normalen› Beruf mehr ausüben», erzählt der gebürtige Basler und lacht. 

Doch wer denkt, die beiden hätten permanent Ferien, irrt. «Man kann nicht nicht arbeiten», weiss Kilian. «Wir arbeiten heute sogar mehr als früher», erklärt seine Frau. Sieben Tage die Woche und fast rund um die Uhr sind die beiden beschäftigt. Die Reisen müssen vorbereitet und Konzepte für die Videos erstellt werden. Tagsüber wird oft mehrere Stunden gedreht, abends nachbearbeitet und geschnitten, teilweise bis spät in die Nacht hinein. Zu Hause folgt oft ein Termin dem nächsten. «Und dann sind da diese Tage, an denen wir bis spät in die Nacht noch mit Wäschewaschen beschäftigt sind», verrät Loredana und lacht. Denn immerhin steht am kommenden Tag schon die nächste Reise an. 

Trotz der vielen Arbeit gestaltet das Paar seinen Alltag ganz bewusst. «Viele versuchen, fünf Tage der Woche möglichst schnell hinter sich zu bringen, damit sie endlich wieder das Wochenende geniessen können», sagt Kilian. «Aber wenn nur zwei Tage in der Woche zählen, hat man nur wenige Tage im Leben zur Verfügung.» So versuchen die beiden, mit ihrer positiven Einstellung  jeden Tag zu geniessen. Selbstverständlich haben auch sie hin und wieder schlechte Tage, wie der Buchser zugibt. Doch sind sie auf ihren Reisen viel entspannter geworden. «Wenn man sieht, mit welchen Problemen die Menschen in anderen Ländern zu kämpfen haben, lernt man, wie gut es einem eigentlich geht und wie dankbar man sein kann, dass man im Herzen Europas geboren wurde», weiss Loredana. Sie findet es daher wichtig, dass man sich nicht immer nur die weissen Sandstrände dieser Welt anschaut, sondern auch einmal die armen Länder der Welt besucht. «Unsere Zeit in Indien hat mich sehr berührt. Für mich war es aber auch ein Highlight, weil wir da ein Sozialprojekt unterstützen konnten», sagt die gebürtige Liechtensteinerin. 

Planlos um die Welt
Etwa zwei Mal im Monat verreisen die beiden. Wann und wohin bestimmen zum grössten Teil ihre Kunden. «Daher sind wir schon bis ins nächste Jahr verplant», sagt Kilian. «Ich glaube, so weit haben wir noch nie voraus geplant.» Seine Weltreise dagegen hatte das Paar überhaupt nicht vorbereitet. «Wir hatten nichts geplant», gesteht Loredana und lacht. «Wir haben uns vor Ort organisiert, und wenn es uns nicht mehr gefallen hat, sind wir weitergezogen – dem Internet sei Dank.» Das habe auch immer gut geklappt. «Ausser in Kuba», sagt Kilian. Abgeschnitten vom Internet und völlig unvorbereitet war das Paar auf der Insel gelandet. «Plötzlich steht man da und weiss nicht, wohin. Das hat uns an unsere Grenzen gebracht», sagt Loredana. Doch glücklicherweise sind die Kubaner freundliche und hilfsbereite Menschen, wie das Paar zu berichten weiss. «Als wir zum Beispiel einem Taxifahrer erzählten, dass wir nicht wissen, wo wir schlafen können, ist er mit uns von Haus zu Haus gefahren und hat uns geholfen, eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden», erinnert sie sich. 

Das war nur eines von vielen Highlights, die Loredana und Kilian unterwegs erlebten. «Irgendwie hat jede Reise ihre ganz besonderen Höhepunkte», meint er. Von den Kängurus in Australien, über das Essen in Thailand oder das Wasser und die Strände in der Südsee gibt es überall etwas zu entdecken. (sms)

10. Jun 2018 / 00:00
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