• Sandra Wolfinger
    Sandra Wolfinger hat den siebten Sinn.  (Daniel Schwendener)

«Intuition ist alles was zählt»

Sie verfügt über einen siebten Sinn. Sandra Wolfinger aus Balzers heilt auf eine ganz besondere Weise. Auch wenn diese nicht greifbar ist, stimmt es nachdenklich.

Einen Augenblick zu analysieren, ihn praktisch in «dünne Scheibchen» schneiden, um spontan richtig zu entscheiden. Manche nennen es Bauchgefühl. Andere Intuition. Es ist ein Wissen, das in keine Excel-Tabelle passt, weil die Formeln dafür fehlen – das sich aber Ausdruck verschafft in den Menschen und ihren Tausenden von kleinen Entscheidungen, die sie jeden Tag treffen. «Alles hat damit angefangen, dass ich Kurse besuchte, um meine Intuition und Wahrnehmung zu schärfen», erzählt Sandra Wolfinger. Der Mensch vertraut auf dieses Gespür, ohne seine Reaktion rational erklären zu können. Aber ist Intuition, wie Albert Einstein es formuliert hat, tatsächlich «alles, was zählt»? Sandra Wolfinger beantwortet diese Frage mit Ja. Sie unterscheidet dabei zwischen der passiven Intuition, in der wir blitzschnell Entscheidungen treffen, und der aktiven. «Ich lernte, dass Gefühle erklärbar sind, dass sich aktive Intuition trainieren und sich die empathische Wahrnehmung verstehen lassen.» Für die gebürtige Schweizerin öffnete sich mit den Kursen die Tür in eine neue Welt.

Als sie vor Jahren mit verschiedenen Allergien wie Laktoseintoleranz kämpfte und diesen mit der Schulmedizin nicht Herr wurde, sucht sie nach Alternativen. Etwas skeptisch ging sie zu einem ganzheitlichen Heiler in der Schweiz. Sie testete den Erfolg, ging heim, schmierte sich ein Brot mit Senf  – eine ihrer Allergien – und wartete. «Erst passierte nichts. Ich wartete nur auf meine grossen, roten Pusteln und dass mein Gesicht anschwillt.» Doch nichts geschah. Weder nach einigen Minuten noch nach 24 Stunden oder einigen Tagen. Die Allergien waren allesamt weg. Aber wie? Die Wissenschaft hat meist Antworten auf solche Fragen und kann sogar Gefühle erklären. Warum sind Menschen zum Beispiel glücklich, wenn sie verliebt sind? Weil ein Hormon ausgeschüttet wird, das unser limbisches System zum Tanzen bringt. Und warum können Menschen auch uneigennützig sein? Um das Überleben der Menschheit nicht zu gefährden. Die Erkenntnisse der Wissenschaft können aber ganz schön rational und ernüchternd klingen. Aber werden sie dem gerecht, was wir heute «Geist» nennen? Mit Sandra Wolfinger könnte man stundenlang philosophieren über all diese Facetten des menschlichen Seins und der Wahrnehmung dessen. Sie ist überzeugt: Der Mensch ist mehr als nur sein Gehirn. Und deshalb war für sie klar, als sie geheilt wurde: «Das will ich auch können.» Jahrelang schulte sie ihre Fähigkeiten in der ganzheitlichen Wahrnehmung und lernte für die Ausbildung der ganzheitlichen Heilbehandlung bei René Lostuzzo. Diese schloss sie erfolgreich im 2011 ab. 

Heilen ohne Berührung
«Die ganzheitliche Heilbehandlung umfasst die erfolgreichsten Heil-methoden und wirkt zum Beispiel unterstützend bei Schmerzen, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, löst Verspannungen im Körper, stösst den Regenerationsprozess an und kann auch präventiv eingesetzt werden», erzählt Sandra Wolfinger. Sie versteht sich selbst als eine zusätzliche Option und kann den Arztbesuch nicht ersetzen. Die Faszination und der Wunsch, anderen zu helfen, wurden immer grösser. Seit Jahren hilft sie im Freundes-, Bekanntenkreis und näheren Umfeld bereits kostenlos. Als ihr der Physiotherapeut Marc Ruhe in Balzers von einem freien Raum in seiner Praxis erzählt, reift der Entschluss, sich selbstständig zu machen. 

Gutes tun und weitergeben
Sandra Wolfinger wohnt seit zwei Jahren in Balzers. Sie fand dort ihre grosse Liebe, heiratete und zog mit ihren drei Katzen ins Land. Aufgewachsen ist sie im Schweizer 400-Seelen-Dorf Ernetschwil im Kanton St. Gallen als Älteste von vier Kindern. Sie absolvierte eine Kaufmännische Lehre und arbeitete viele Jahre in unterschiedlichen Branchen, davon die letzten fünf Jahre bei einem ausländischen IT-Dienstleister in der Nähe von Rapperswil-Jona. Dort, am Zürichsee, hat sie einen grossen Teil ihres Lebens verbracht. 

Sie spielt leidenschaftlich gerne Volleyball. «Kraft schöpfe ich vor allem in der Natur, in den Bergen, beim Wandern.» Ein gutes Buch am Berg oder am See zu lesen, das sei für sie wie Ferien. Sie ist glücklich und – welche wissenschaftliche Erklärungen es dafür auch immer geben mag – dafür will sie etwas zurückgeben. «Es ist eine schöne Erfahrung zu sehen, was es bringen kann, anderen zu helfen.» So engagiert sie sich für eine Schweizer Hilfsorganisation. Für diese sammelt sie Spielsachen für Kinderspitäler, hilft mit Flohmärkte für den guten Zweck zu organisieren oder hilft Tieren in Not. Beim letzten Projekt ging es um Flüchtlinge: Auf Malta besuchte sie ein Flüchtlingsheim mit Familien aus Afrika. «Sie leben in gestapelten Containern. Es hat mich sehr beschäftigt, das zu sehen und zu wissen, warum und wie sie geflohen sind», erzählt sie. Weil sie gerne mehr machen möchte, will sie 20 Prozent ihres Honorars für den guten Zweck verwenden. 

Die schönen Erfahrungen, die sie bisher mit Menschen gemacht hat, denen sie helfen konnte, beflügeln die 44-Jährige. «Ich freue mich darauf, Menschen ausserhalb meines Freundes- und Bekanntenkreises helfen zu können», sagt Sandra Wolfinger. Sie strahlt Ruhe und Kraft aus, einfühlsam und empathisch wirkt sie. Genau die Eigenschaften, die sie für ihren Beruf braucht. (dal)

25. Nov 2017 / 21:17
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