•  (Tatjana Schnalzger)

" Wir möchten zeigen, dass die Produkte frisch produziert werden"

Peter Hofstetter, CEO der Raststätte Rheintal AG, freut sich auf den Neubau der Rheintal-Ost und auf das neue Konzept, das damit realisiert wird.

Herr Hofstetter, über einen Neubau der Raststätte Rheintal-Ost wird schon länger diskutiert. Wieso ist ein Neubau überhaupt nötig?
Peter Hofstetter: Lange haben wir nach Lösungen gesucht, um einen Umbau zu realisieren. Da wir aber von der Einteilung der Gebäudestruktur mit dem bestehenden Gebäude sehr eingeschränkt sind, haben wir uns für einen kompletten Neubau entschieden.

Und wie soll dieser Neubau aussehen?
Wir werden ein zweistöckiges, sehr einladendes Gebäude realisieren, bei welchem unsere Gäste direkten Einblick in die Restauration und den Shop haben werden. Es ist uns sehr wichtig, dass der Kunde sich wohlfühlt und beim Betreten des Gebäudes eine Gesamtübersicht über unser Restaurant, die Frischetheke und den Shop bekommt.

Eine grosse Änderung gegenüber dem heutigen Konzept ist das Frontküchen-Prinzip. Was sind die Vorteile?
Wir möchten unseren Gästen zeigen, dass alle unsere Produkte von unseren Mitarbeitern frisch produziert werden. Es ist uns auch ein Anliegen, dass wir nur frische Zutaten verwenden und dies vom Gast wahrgenommen wird. In diesem Frontcooking-Konzept haben wir vier Einheiten integriert, welche für jeden Geschmack etwas anbieten.
Wir haben eine Hausbäckerei, eine Pizzeria, eine Pasteria und eine Hamburgeria eingeplant. Der Kunde kann die Entstehung der Gerichte vom Mehl bis zum fertigen Brot oder zur Pizza miterleben. Das Gleiche gilt auch für die Teigwaren und die Hamburger. Auch beim Getränkeangebot möchten wir die neue Zeit nicht ausser Acht lassen. Wir werden mit hausgemachtem Eistee, Gemüse- und Früchtesmoothies und Säften mit gesunden Süssstoffen und ohne Zusatzstoffe ein nachhaltiges Angebot anbieten können. Die Frischetheke wird vor allem für unsere Take-Away-Gäste ein Highlight. Unsere heute schon legendären Thurau-Sandwiches werden vor dem Gast zubereitet und kalt oder heiss serviert.

Was ist Ihr wichtigster Wegweiser für den Neubau?
Unser wichtigstes Kriterium für den Neubau war, ein Gesamtangebot für Reisende und für Pendler anbieten zu können. Zudem kann auf dem Nachhauseweg zu Umgebungspreisen getankt und beim gleichen Stop in unserem grosszügigen Shop eingekauft werden. Wir werden nicht aufgebackene Brote und Tiefkühlpizzen verkaufen, welche man in einem Tankstellenshop erwartet, sondern handgemachtes, lang gegärtes Brot und frische Pizzen anbieten können. Natürlich kann auch das gesamte Restaurant-Angebot als Take Away geordert werden. Wir sind ausserdem in Verhandlungen mit diversen App-Anbietern, um die Möglichkeit anzubieten, Vorbestellungen online via Mobiltelefon oder Computer zu tätigen. Die Bestellung würde dann zu einem gewünschten Zeitpunkt zur Abholung bereitstehen.

Damit haben Sie bereits ziemlich genau eine Zielgruppe umrissen ...
Da wir auf der Autobahn eine gewisse Verpflichtung haben, für alle Reisenden, Familien, Pendler usw. da zu sein, möchten und müssen wir sehr breit gefächert sein. Wir dürfen auch mit Stolz sagen, dass wir sehr viele Gäste aus der Umgebung bedienen dürfen, die per Auto, Fahrrad oder zu Fuss zu uns kommen. Da wir der einzige Betrieb in der Umgebung sind, der direkt am Rheindamm steht, berücksichtigen wir natürlich auch den Langsamverkehr und dessen Ansprüche.

Haben Sie sich bei der Wahl dieses Systems von der Konkurrenz, beispielsweise in Bad Ragaz/Maienfeld, inspirieren lassen oder ist das einfach der Zeitgeist?
Natürlich sehe ich mir jedes neue Gastrokonzept an und profitiere auch von den Ideen, die an Messen und Ausstellungen gezeigt werden. Unser Konzept ist aber nicht vergleichbar mit anderen Anbietern auf der Autobahn. Gegen jeden Trend auf der Autobahn halten wir an einer bedienten Restauration fest. Ganz speziell ist auch unsere Frischetheke, welche wir vor rund drei Jahren zum ersten Mal in der Raststätte Thurau Süd realisiert haben. Bei der Frischetheke werden Säfte und Smoothies nur mit frischen und natürlichen Zutaten vor dem Gast zubereiten. Unser wichtigstes Anliegen ist, das Getränke- und Food-Angebot so zu gestalten, dass es nicht nur eine Verpflegung sein soll, sondern eine gute und ausgewogene Ernährung. Das tönt bei Hamburgern vielleicht etwas weit hergeholt. Da wir aber vom Hamburger-Bun bis zum Hamburger-Patties alles frisch zubereiten, können wir auch dies garantieren. Das Food-Angebot ist während der gesamten Öffnungszeit vollständig als Take Away oder Eat-In erhältlich.

Es soll ja nicht nur das Restaurant-Gebäude an sich neu gebaut werden – auch rundherum stehen grosse Veränderungen an. Welche?
Ausser der Tankstelle und dem Lkw- Parkplatz Richtung Nord werden wir alles umgestalten. Da wir schon seit geraumer Zeit nicht über genügend Parkplätze auf dem Gelände verfügen, haben wir uns entschlossen, die ganze Situation zu überdenken und die Umgebung komplett neu zu gestalten. Das Pkw-Parkplatz-Angebot werden wir ungefähr verdoppeln. Dabei wurde auch der Sicherheitsaspekt nicht ausser Acht gelassen.

Damit Sicherheitsaspekte und eine grössere Zahl an Parkplätzen realisiert werden können, braucht es auch mehr Platz. Woher nehmen Sie den?
Wir werden einen Teil Waldbereich umzonen. Wir haben mit der Gemeinde Grabs eine gute Lösung gefunden, damit die Aufforstung in Grabs gemacht werden kann.

Was gefällt Ihnen persönlich an dem Neubau-Projekt am besten?
Dass wir alle Arbeitsplätze erhalten  können und mit einem top motivierten Team, in einer zeitgemässen  Raststätte, mit einer hervorragenden Energiebilanz ein trendiges Konzept anbieten dürfen.

Können die Arbeiten schon beginnen oder muss noch auf Bewilligungen gewartet werden?
Die Bewilligungen sind noch nicht eingegangen, aber dank der effizienten Arbeitsweise auf den Gemeinden Buchs und Sevelen und dem Kanton sind wir im Zeitplan.

Wann sind die Arbeiten abgeschlossen bzw. wann kann die neue Raststätte Rheintal-Ost eröffnet werden?
Wir sind fest davon überzeugt, dass wir anfangs November 2017 eröffnen werden.

Können sich die Reisenden während der Bauphase bei der Raststätte Rheintal-Ost noch verköstigen? Was ist diesbezüglich geplant?
Wir haben für die Bauphase ein Alphütten-Provisorium vorgesehen, bei welchem wir rund 90 Sitzplätze zur Verfügung haben. Wir werden eine reduzierte Speisekarte anbieten, auch wird ein kleiner Shop integriert sein. Die Tankstelle wird durchgehend geöffnet bleiben.

Können Sie etwas zu den Kosten dieser Investition sagen?
Die Schätzungen belaufen sich auf etwa fünf bis sieben Millionen Franken.

Läuft das Geschäft mit Raststätten heute besser als noch vor 20 Jahren oder verpflegen sich Reisende heute anders? Können Sie mir etwas zur Entwicklung dieses Geschäfts sagen?
Das Geschäft auf den Raststätten hat sich in den letzten 20 Jahren sehr verändert. Vor allem ist der Zeitfaktor der Gäste ganz anders geworden. Früher hatten die Gäste mehr Zeit und wollten sich bei uns eine Pause gönnen. Heute ist es eher eine Verpflegung, welche schnell gehen soll. Die Gäste nehmen immer mehr das Take-Away-Angebot in Anspruch und möchten nicht zu viel Zeit bei der Reise oder dem Arbeitsweg verlieren. Dies ist auch mit ein Grund für unser neues Gastrokonzept, bei welchem wir alle Speisen so berechnet haben, dass diese innerhalb höchstens sieben Minuten produziert werden können. Natürlich profitieren wir davon, dass die Mobilität der Kundschaft stark zugenommen hat und somit viel mehr Leute auf unseren Raststätten verkehren. (jn)

11. Feb 2017 / 22:02
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