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Jugend kämpft mit alten Problemen

Wir leben in Zeiten globaler Vernetzung durch das World Wide Web und die Social Media. Die ständig fortschreitende Technologie dringt unaufhaltsam in alle Bereiche unseres Lebens. Nichts geht mehr ohne Smart­phone und Internet.

Die erste Generation der sogenannten Digital Natives wird langsam erwachsen. Und wenn man die jungen Erwachsenen auf den Strassen sieht, mit ihren Blicken auf das Smartphone gerichtet und den Kopfhörern in den Ohren, hat man sich wohl schon manchmal die Frage gestellt: Was geht in ihren Köpfen vor? Interessieren sich die jungen Erwachsenen von heute nur noch für sich selbst und ihr digitales Ich auf den Social-Media-Plattformen? 

Die Antwort ist ein klares Nein, wie die Eidgenössische Jugendbefragung 2012/13 ergeben hat. Die Schweizerische Eidgenossenschaft führt die ch-x-Erhebungsstudie in regelmässigen Abständen durch und befragt junge Erwachsene über ihren Lebensstil, ihre Wertvorstellungen und ihre Pläne für die Zukunft. Das Ergebnis mag den einen oder anderen womöglich überraschen. Denn die wichtigsten Lebensbereiche der 
ersten Generation der Digital Natives sind Freunde, Freizeit und Familie – und damit dieselben, wie schon in den Jahren 1979, 1994 und 2003. Die neuen Medien spielen noch eine untergeordnete Rolle. 

Überhaupt scheinen die jungen Erwachsenen konservativer zu denken, als man vermutet. Für die meisten ist die Gründung einer eigenen Familie erstrebenswert. Dabei kommt für sie vor allem das traditionelle Familienmodell, bei dem der Mann Vollzeit arbeitet und die Frau sich mehrheitlich um die Kinder kümmert, in Frage. Gleichzeitig haben sie hohe berufliche Ambitionen und wollen Karriere machen. Andererseits möchten sie auch mehr Freizeit haben. Für den Soziologen Prof. Dr. Robin Samuel, der an der ch-x-Erhebungsstudie beteiligt war, zeichnen diese Ergebnisse ein spannendes Bild der jungen Erwachsenen. «Sie stehen vor der Herausforderung, viele nicht vereinbare Wünsche und Verpflichtungen unter einen Hut bringen zu müssen.»

Nun mag manch einer der älteren Generationen denken: «Unsereins hatte diese Sorgen nicht.» Doch sind wir einmal ehrlich: Unterscheiden sich die Wünsche der Generationen wirklich? Wollten die älteren Generationen nicht auch gleichzeitig eine Familie gründen, Karriere machen und genügend Zeit für Hobbys und Freunde haben? Eigentlich schon, oder? Irgendwie haben schon unsere Grossmütter und -väter versucht, alles unter einen Hut zu bringen, wie wir und wie es die nächsten Generationen wohl versuchen werden. Die Frage ist nur, ob die neuen Medien die Bestrebungen der Digital Natives erleichtern oder eher erschweren. (sms)

Zum Thema

Soziologe Robin Samuel hat in der aktuellen ch-x-Studie Lebensstile, Konsum und Zukunftsperspektiven junger Erwachsener in der Schweiz erforscht. mehr...
04. Nov 2017 / 22:01
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