• Brücke Spinieu
    Mit Kunst Brücken bauen. Ein Werkjahr dient auch der Horizonterweiterung.  (pd)

Geschenktipp: Vertrauen

Derzeit fliegt den Politikern fast jedes Projekt um die Ohren: Grösseres Visionäres, wie der zweifach gescheiterte Beitrag der Gemeinden zum 300-Jahr-Jubiläum Liechtensteins, oder auch kleineres Administratives, wie die Ankündigung, dass die Wasserversorgungen in den nächsten Jahren alle Hausinstallationen auf Kosten der Besitzer überprüfen lassen wollen.

Ein Ende ist nicht in Sicht. Im Unterland heisst es bereits an den Stammtischen, dass die Revanche für die abgelehnte Jubiläumsbrücke bei der geplanten Kletterhalle in Schaan folgen werde: Auch bei diesem Projekt müssen alle elf Gemeinden zustimmen und es kann das Referendum ergriffen werden. 

Was auffällt: Die Kritiker unterstellen den Projektverantwortlichen häufig übelste Beweggründe und wittern eine Verschwörung gegen das Volk, um es zu schröpfen. Ist das realistisch? Nehmen wir das Beispiel Sauberes Trinkwasser»: Sind wirklich alle Präsidenten der Wasserversorgungen Liechtensteins in einem Hinterzimmer an einem Tisch gesessen, haben ein paar Zigarren geraucht und sich dabei fiese Ideen ausgedacht, wie sie den Hauseigentümern das Geld aus der Tasche ziehen können?

Meistens fühlen sich die Bürger auch zu wenig eingebunden. «Warum hat man mich nicht gefragt», fragen sich viele. Doch bei allem Respekt vor dem «Crowdsourcing», man hat bei der Suche nach Alternativen zur Jubiläumsbrücke gesehen, wie erfolgreich das ist: Auch eine «Vaterland»-Leserumfrage brachte keine herausragende, begeisternde, mehrheitsfähige Idee zutage. Und überhaupt, ist Ihnen ein grossartiges Projekt bekannt, das nach einem Ideenaufruf im Volk entstanden ist? Meist sind es grosse, kleine, geniale, verrückte Ideen Einzelner, die etwas schaffen, was alle begeistert – wenn es denn erst realisiert ist.

Man habe die Bürger zu wenig informiert oder «abgeholt», ist auch oft zu hören. Da sich fast jede Institution einen Kommunikationsverantwortlichen leistet oder eine enge Zusammenarbeit mit einer Agentur pflegt, ist das berechtigt. Aber will man wirklich alles wissen? Muss man erst zum Hobby-Brunnenmeister werden, damit man den Verantwortlichen glaubt, dass die Trinkwasser-Massnahme sinnvoll ist? 

Wir sollten davon ausgehen, dass an den wichtigen Stellen vernünftige Leute sitzen, die wissen, was sie tun. Schliesslich haben wir sie gewählt oder sie wurden durch transparente Prozesse ernannt. Alle zwei Jahre können wir auf Gemeinde- oder Landesebene das oberste Führungspersonal austauschen. Dazwischen sollten wir wieder vermehrt die Leute arbeiten lassen und ihnen schlicht und einfach vertrauen. (db)

11. Feb 2018 / 00:00
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