• Landesspital und Medicnova
    In Konkurrenz: Landesspital Vaduz und Medicnova Privatklinik in Bendern.

Das Kreuz mit der Gesundheit

Etwa vier Stunden diskutierten die Landtagsabgeordneten über den Notkredit für das Landesspital in der Landtagssession am Mittwoch. Dabei wurde vor allem eines klar: Jeder will möglichst gute Leistungen, jeder möchte dafür möglichst wenig bezahlen und die Gesundheitskosten steigen weiter.

 Und das Landesspital braucht Geld, um «flüssig» zu bleiben. Die nach der Volksabstimmung rund um den Neubaukredit gefasste Strategie, die auf der Konkurrenz aufbaut, ging beim Landes­spital nicht auf. Mit den heutigen Rahmenbedingungen – mit Konkurrenz in Bendern (Medicnova) und Grabs (Kantonsspital) – wird diese Rechnung nie aufgehen. Der Markt reagiert schneller als der Staat. Hinzu kommen noch die Akteure im Gesundheitswesen, die natürlich daran interessiert sind, ihre Einkünfte zu sichern. Mit dem Ausbau des Spitals Grabs werden immer mehr Menschen auch in diese Institution gelockt. Das Landesspital bleibt übrig – und der Staat bzw. der Steuerzahler muss kräftig in die Tasche greifen. «Trotzdem will man mit noch mehr Geschwindigkeit gegen die nahende Wand fahren», meinte beispielsweise Thomas Lageder von der Freien Liste. Ein Richtungswechsel ist angezeigt – es sei denn, man ist bereit, das Landesspital weiterhin mit Steuergeldern zu subventionieren.

Wohin man auch schaut: Die Gesundheitskosten nehmen stetig zu. Sowohl im ambulanten Bereich als auch bei den Spitälern. Dementsprechend steigen auch die Krankenkassenprämien. Ein Landtagsabgeordneter rechnete vor, dass die Prämien sich in 15 Jahren – wenn es so weitergeht – verdoppeln. Das System kommt an seine Grenzen. Weiterwursteln dürfte also für die Prämienzahler keine Alternative sein. Beim Landesspital will zum Beispiel die Freie Liste auf die Karte Akutgeriatrie und Palliativmedizin setzen. Das Bedürfnis ist da, zweifellos. Aber wäre dieser Zweig rentabel, hätten sich bereits private Institutionen in diesen Teich begeben, um sich die dicksten Fische zu angeln. Die Mischung aus liberalen und sozialistischen bzw. solidarischen Elementen im Gesundheitswesen scheint eine gefährliche zu sein. Jede Bewegung in die eine (liberale) oder in die andere (planwirtschaftliche) Richtung birgt ebenfalls Risiken.

Der Diskussion ist sicher nicht dienlich, dass die Akteure im Gesundheitswesen nicht gut aufeinander zu sprechen sind und das gegenseitige Vertrauen fehlt. So wird es schwierig, Kompromisse zu finden. Das Thema wird uns noch länger beschäftigen. Spätestens, wenn es wirklich um die weiteren Planungen rund um 
das Landesspital geht und die Interpellation der Vaterländischen Union zu diesem Thema beantwortet wird.

Michael Winkler

10. Sep 2017 / 12:00
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