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    The newly opened suspension bridge over the Sementina valley connects the townships Monte Carasso and Sementia, in Switzerland, on May 23, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally) Die 2015 neu eroeffnete Haengebruecke ueber das Sementina Tal verbindet die Gemeinden Monte Carasso und Sementia, am 23. Mai 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)  (GAETAN BALLY)

Das Kreuz mit der Brücke

In Balzers und in Vaduz formieren sich Referendumsgruppen, um die Hängebrücke zwischen Nendeln und Planken zu verhindern. Sie sollte dazu dienen, ein Zeichen für das 300-jährige Bestehen des Landes zu setzen und wäre das «Leuchtturmprojekt» für den neuen Jubiläumsweg.

1,2 Millionen wären von den elf Gemeinden beigesteuert worden – auf verschiedene Schultern anteilsmässig 
verteilt. «Für dieses Geld könnte man etwas Besseres machen», lautet vielerorts die Begründung für ein Nein. «Es ist ein Projekt, das nicht allen zugänglich ist», sagen andere. Der Wildtierschutz wird ebenfalls als Argument angegeben, um gegen dieses Projekt zu sein. Das ist alles legitim – und untermauert ein Phänomen, das in dieser Zeit um sich greift. Nach einer Ära des Sparens wird jeder Rappen umgedreht und erst geprüft, ob man einen persönlichen Nutzen davon hat. Dann steigen die Chancen für eine Ablehnung exponentiell.

Dabei wird vor allem eines klar: Das Vertrauen in die Politiker ist offenbar nicht so gross, wie Teilnehmer an wissenschaftlichen Umfragen behaupten. Hat man die Chance, gegen etwas zu stimmen, das «von oben» kommt, sagt man tendenziell eher Nein als Ja. Es ist populär, gegen die Obrigkeiten zu rebellieren. Und bei einer Abstimmung muss man nicht einmal mit seinem eigenen Namen dahinterstehen. Man kann einfach anonym ein Nein in die Urne werfen. Das ist sehr einfach. Doch leider kommt man mit dieser Haltung nicht weit. Das hemmt bei den Entscheidungsträgern höchstens die Motivation, neue Projekte anzuschieben. Wenn nämlich die Chance auf Akzeptanz in der Bevölkerung eher gering ist, beginnen die Politiker, ihre Ressorts einfach nur noch zu verwalten anstatt zu gestalten. Diese Gefahr sollte man nicht unterschätzen. Unter anderem ist diese Haltung übrigens auch ein Grundübel in der aktuellen Verkehrspolitik des Landes, in der seit Jahren keine spürbaren Fortschritte gelingen – ausser, wenn Gemeinden von sich aus aktiv werden. 

Es sei an dieser Stelle an die Abstimmung zum Industriezubringer in Schaan erinnert, die vor sieben Jahren stattfand. Mit 57,7 Prozent der Stimmen sprachen sich die Liechtensteiner Stimmbürger für einen 15-Millionen-Kredit aus – und hier lagen wesentlich stichhaltigere Argumente gegen diese Strasse vor als gegen die Jubiläums-Hängebrücke. Die Zeiten ändern sich. Denn damals sagten sich viele Bürger noch: «Das Geld haben wir schon für weniger wichtige Sachen zum Fenster rausgeworfen.» 

Sollte nun eines dieser Referenden erfolgreich sein, darf man mit Spannung erwarten, wie sinnvoll und nachhaltig die Alternativen aussehen.

15. Jul 2017 / 19:45
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